Sichtschutz und Sonnenschutz im Garten in einem Element vereinen – so geht’s!

Wer eine Terrasse oder einen Sitzplatz im Garten plant, trifft meistens zwei Kaufentscheidungen nacheinander. Zuerst kommt der Sichtschutz gegen neugierige Blicke aus dem Nachbargarten, oft in Form eines Zauns oder einer festen Wand. Erst später, wenn die Nachmittagssonne die Terrasse im ersten Sommer spürbar aufheizt, folgt eine Markise oder ein Sonnensegel als Nachrüstung. Am Ende stehen zwei Anschaffungen, zwei Montagetermine und häufig zwei Materialien, die farblich und stilistisch nicht zueinander passen. Dazu kommt der Aufwand, beide Systeme nachträglich so aufeinander abzustimmen, dass sie sich nicht gegenseitig im Weg stehen.

Dabei lässt sich beides in einer einzigen Holzkonstruktion lösen. Lamellenwände mit verstellbarem Winkel, Pavillons mit wählbarer Wandkonfiguration oder Schiebeelemente aus Holz übernehmen Sichtschutz und Sonnenschutz gleichzeitig und fügen sich als ein durchgängiges Bauteil in den Garten ein. Statt zwei Anbieter zu koordinieren, planen Sie ein Element, das zur Tageszeit, zur Ausrichtung der Terrasse und zum eigenen Geschmack passt. Dieser Artikel zeigt, welche Holzkonstruktionen sich dafür eignen, welche Holzarten sich bewähren und was bei Planung und Höhe zu beachten ist.

Warum Sichtschutz und Sonnenschutz meist getrennt geplant werden

Beim Terrassenbau steht die Abgrenzung zum Nachbargrundstück in der Regel ganz oben auf der Liste. Ein Zaun, eine Hecke oder eine feste Wand markiert die Grenze und schafft Privatsphäre. Die Sonneneinstrahlung wird dabei oft erst im ersten Sommer zum Thema, wenn sich zeigt, wie stark sich eine west- oder südausgerichtete Terrasse am Nachmittag aufheizt. Die Lösung kommt dann als zweiter Schritt, meist von einem anderen Anbieter und in einem anderen Material. Wer beide Bedürfnisse dagegen von Anfang an zusammendenkt, plant, baut und pflegt beides über eine gemeinsame Holzkonstruktion, statt zwei getrennte Systeme aufeinander abzustimmen.

Wo sich Sichtschutz und Sonnenschutz technisch überschneiden

Sichtschutz und Sonnenschutz lösen auf den ersten Blick unterschiedliche Aufgaben. Ein Sichtschutz blockiert horizontale Blickachsen, meist auf Augenhöhe. Ein Sonnenschutz filtert Licht, das von oben oder seitlich einfällt. Bei tief stehender Sonne, also am frühen Morgen oder späten Nachmittag, fallen beide Aufgaben jedoch zusammen. In diesen Stunden wandert die Sonne so flach über den Horizont, dass dieselbe seitliche Wand sie blockt, die auch den Blick des Nachbarn versperrt. Bei einer westausgerichteten Terrasse trifft das besonders häufig zu, weil die Abendsonne aus derselben Richtung kommt, aus der auch die meisten Sichtschutzlösungen ohnehin stehen. Ein verstellbares Element aus Holz macht sich diesen Zusammenhang zunutze und lässt sich je nach Tageszeit und Sonnenstand neu ausrichten.

Drei Holzkonstruktionen, die beide Aufgaben übernehmen

Drei Holzkonstruktionen erledigen diese Doppelaufgabe besonders zuverlässig, jede mit einem eigenen Vorteil je nach Terrasse und Vorliebe.

Lamellenwände mit verstellbarem Winkel

Lamellen sind schmale, meist waagrecht angeordnete Holzleisten, die sich einzeln oder gemeinsam kippen lassen. Bei einem Winkel von etwa 30 bis 45 Grad blockieren sie den seitlichen Blick zuverlässig und lassen trotzdem Luft und gefiltertes Licht durch. Steht die Sonne tief, schließt man die Lamellen etwas weiter und hat damit gleichzeitig Sicht- und Blendschutz. Am Vormittag oder bei bedecktem Himmel öffnet man sie wieder für mehr Helligkeit und Durchblick auf den eigenen Garten.

Pavillon mit wählbarer Wandkonfiguration

Ein Holzpavillon lässt sich offen, halboffen oder vollständig geschlossen bauen, meist mit einer Grundfläche zwischen 6 und 17 Quadratmetern, und deckt damit die gesamte Bandbreite zwischen reinem Sonnenschutz und komplettem Sichtschutz ab. Bei der geschlossenen Variante übernehmen die Wände den Blickschutz, während das feste Dach zuverlässig vor Sonne und Regen schützt. Bei der halboffenen Ausführung bleiben ein bis zwei Seiten frei für Durchblick und Luftzirkulation, die restlichen Wände blocken die Einsicht von der kritischen Seite. So wählen Sie den Anteil an Offenheit, der zur Lage des Grundstücks passt, statt sich zwischen zwei getrennten Anschaffungen entscheiden zu müssen.

Schiebeelemente aus Holz

Schiebeelemente laufen auf einer Laufschiene, meist entlang der Pergola- oder Dachkonstruktion, und lassen sich von Hand in die gewünschte Position bringen. Steht die Sonne tief oder blickt ein Nachbar zufällig gerade zum Gartentisch, schiebt man das Element einfach an die passende Stelle. Am Abend, wenn beides kein Thema mehr ist, wird die Fläche wieder komplett geöffnet. Diese Lösung eignet sich besonders für Terrassen, deren Sonnen- und Einsichtssituation sich im Tagesverlauf stark verändert.

Welches Holz sich für die Kombination bewährt

Für Sichtschutz- und Sonnenschutzkonstruktionen im Außenbereich kommen vor allem drei Holzarten infrage, die sich auch im klassischen Terrassenbau bewährt haben. Lärche ist ein schweres, hartes Nadelholz mit hohem Harzanteil, der wie eine natürliche Imprägnierung wirkt. Unbehandelt nimmt sie mit der Zeit eine silbergraue Patina an, geölt bleibt der warme rotbraune Farbton länger erhalten.

Douglasie zählt zu den elastischeren und zugleich festeren Nadelhölzern, erkennbar an ihrem kontrastreichen Farbspiel zwischen Rosa und Goldbraun, und liegt preislich meist unter Lärche. Bangkirai, ein tropisches Hartholz, erreicht die Dauerhaftigkeitsklasse 2, eine Einstufung für die natürliche Widerstandsfähigkeit von Holz gegen Pilze und Insekten, und übersteht damit auch ohne regelmäßige Pflege viele Jahre im Freien. Beim Zuschnitt verlangt es dafür etwas mehr handwerkliches Geschick. Für alle drei Holzarten gilt die gleiche Faustregel. Eine Ölbehandlung ein- bis zweimal im Jahr erhält die ursprüngliche Farbe. Ganz ohne Pflege vergraut das Holz gleichmäßig und behält trotzdem seine Stabilität.

Höhe, Abstand und Genehmigung im Blick behalten

Eine bundesweit einheitliche Regel für die Höhe von Sichtschutz gibt es nicht. In den meisten Bundesländern regelt ein eigenes Nachbarrechtsgesetz Höhe und Abstand von Einfriedungen. Bayern gehört jedoch zu den wenigen Ausnahmen ohne ein solches Gesetz. Hier greift stattdessen die Bayerische Bauordnung, die Einfriedungen bis zu einer Höhe von zwei Metern grundsätzlich ohne Baugenehmigung erlaubt. Der Bebauungsplan legt als kommunale Vorschrift Höhe und Bauweise für das jeweilige Gebiet fest. Einzelne Gemeinden können darüber oder über eine eigene Satzung strengere Grenzen ziehen als die Landesregelung. München etwa begrenzt Zäune und Mauern in vielen Wohngebieten auf 150 Zentimeter. Wer unsicher ist, ob eine geplante Höhe am eigenen Standort zulässig ist, ist mit einem kurzen Anruf beim örtlichen Bauamt auf der sicheren Seite, gerade bei fest installierten Konstruktionen, die sich im Nachhinein nur mit Aufwand ändern lassen.

So gelingt die Planung der eigenen Kombilösung

Bevor die Holzkonstruktion feststeht, lohnt sich ein Blick auf den Tagesverlauf der Sonne über der Terrasse, am besten an einem sonnigen Nachmittag im Hochsommer. Aus welcher Richtung kommt die Sonne, wenn die Terrasse tatsächlich genutzt wird, und aus welcher Richtung blicken Nachbarn oder die Straße auf den Sitzplatz? Beide Antworten zusammen ergeben Position und Winkel der Lamellen oder Wandelemente. Ist bereits eine Terrassenüberdachung vorhanden, lässt sich diese häufig um seitliche Sichtschutzelemente in passender Holzart ergänzen, statt eine komplett neue Konstruktion zu planen. Für größere Vorhaben wie einen Pavillon oder eine tragende Lamellenwand lohnt sich professionelle Montage, denn Statik, Verankerung im Boden und eine korrekte Ausrichtung entscheiden darüber, wie lange die Konstruktion Wind und Wetter standhält.

Fazit

Sichtschutz und Sonnenschutz müssen keine zwei getrennten Projekte sein. Wer die tief stehende Sonne und die Blickrichtung der Nachbarn gemeinsam betrachtet, erkennt schnell, dass eine gut geplante Holzkonstruktion beide Aufgaben übernehmen kann, und schlägt damit im wahrsten Sinne zwei Fliegen mit einer Klappe. Ob Lamellenwand, Pavillon oder Schiebeelement die richtige Wahl ist, hängt von der Terrasse, der Ausrichtung und dem persönlichen Geschmack ab, ebenso wie die Frage, welche Holzart am besten zum geplanten Standort passt. Am Ende zählt vor allem, dass beide Anforderungen von Anfang an zusammen gedacht werden, bevor der erste Pfosten im Boden steckt. Ein Beratungsgespräch klärt in der Regel schnell, welche Konstruktion zum eigenen Garten passt und wie sich das Vorhaben fachgerecht montieren lässt.